Bezahldienste: Die Masche mit „Freunde & Familie“ sicher durchschauen
Sie möchten etwas im Internet kaufen und der Verkäufer schreibt: „Zahlung bitte per PayPal Freunde & Familie, dann spare ich die Gebühren und gebe dir 5 € Rabatt“? Lehnen Sie diesen Vorschlag konsequent ab! Diese vermeintlich harmlose Bitte ist der häufigste Grund für vollständigen Geldverlust beim privaten Online-Kauf.
Warum verlangen Betrüger immer „Freunde & Familie“?
Bei der Zahlungsoption „Freunde und Familie“ (Family & Friends) entfällt der Käuferschutz des Zahlungsdienstleisters zu 100 %. Die Zahlung wird rechtlich als Schenkung gewertet. Kommt die Ware nie an oder ist das Paket leer, erstattet der Zahlungsdienstleister keinen einzigen Cent.
Der direkte Unterschied auf einen Blick:
| Funktion | Waren & Dienstleistungen | Freunde & Familie |
|---|---|---|
| Käuferschutz | Ja (vollständige Erstattung bei Nichtlieferung) | Nein (keinerlei Absicherung) |
| Gebühren | Geringe Gebühr (zahlt üblicherweise Verkäufer) | Kostenlos innerhalb des EWR |
| Zweck | Kauf von Artikeln, Tickets, Dienstleistungen | Geldgeschenke unter Bekannten, Restaurantrechnung teilen |
Schritt 1: Grundsatzregel beachten
Wählen Sie die Option „Freunde & Familie“ ausschließlich für Personen, die Sie persönlich im realen Leben kennen und denen Sie uneingeschränkt vertrauen.
Sobald Sie mit einer fremden Person auf einem Kleinanzeigen-Portal, in einem Forum oder auf Social Media verhandeln, ist „Freunde & Familie“ tabu – egal wie sympathisch die Person wirkt oder welche Ausweise per Foto vorgelegt werden (diese sind fast immer mit fremden Identitäten gestohlen).
Schritt 2: Die Gebührenübernahme anbieten
Behauptet der Verkäufer, er wolle lediglich die Verkaufsgebühr vermeiden:
Bieten Sie freundlich an, die anfallenden Gebühren (wenige Prozent des Kaufpreises) selbst auf den Kaufpreis aufzuschlagen, damit Sie mit offiziellem Käuferschutz („Waren und Dienstleistungen“) bezahlen können.
Ein ehrlicher Verkäufer wird diesem Vorschlag problemlos zustimmen. Ein Betrüger wird Ausflüchte suchen oder die Verhandlung abbrechen – damit haben Sie sich vor einem Betrug geschützt!
Schritt 3: Typische Betrugs-Ausreden erkennen
Betrüger nutzen häufig folgende Standard-Ausreden, um den Käuferschutz zu verweigern:
- „Ich bin privater Verkäufer, gewerbliche Zahlungen darf ich steuerlich nicht annehmen.“ (Rechtlich falsch: Auch Privatverkäufe können über Waren & Dienstleistungen abgewickelt werden).
- „Mein Konto friert das Geld sonst 21 Tage ein.“ (Ein normaler Sicherheitsmechanismus für Verkäufer ohne Historie, aber kein Grund, den Käuferschutz abzutreten).
- „Ich wurde als Verkäufer schon oft betrogen.“ (Klassische Umkehrung der Täter-Opfer-Rolle).
Sobald jemand auf „Freunde & Familie“ beharrt: Kauf sofort abbrechen!
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